Leitfaden · 28. August 2026
ESG- und Finanzberichterstattung in einer Plattform vereinen
Abschnitt 1
Einleitung
Nachhaltigkeitsberichterstattung dient längst nicht mehr nur dazu, die Erwartungen von Stakeholdern zu erfüllen. Zunehmend geht es auch darum, bessere Geschäftsentscheidungen zu ermöglichen. Unternehmen müssen heute mit sich weiterentwickelnden Offenlegungspflichten, steigenden Anforderungen an die Prüfung sowie einer wachsenden Aufmerksamkeit seitens der Investoren umgehen. In diesem Umfeld sind Chief Financial Officers (CFOs) zunehmend gefordert, mehr Disziplin, Governance und Verantwortlichkeit in den Umgang mit Nachhaltigkeitsdaten zu bringen.
Die Herausforderung ist klar: Nachhaltigkeitsinformationen liegen häufig verteilt über voneinander getrennte Systeme, Prozesse und Teams. Dadurch übernehmen Finance-Verantwortliche eine zentrale Rolle beim Aufbau verlässlicher Datengrundlagen, bei der Stärkung von Kontrollen sowie bei der Integration von Nachhaltigkeits- und Finanzberichterstattung. Für viele CFOs entsteht daraus eine neue strategische Priorität. Nachhaltigkeitsdaten müssen heute als strategischer Vermögenswert betrachtet werden, der Compliance, Performance Management, Risikominimierung und langfristige Wertschöpfung unterstützt.
Mehr denn je besteht ein klarer Zusammenhang zwischen der Art und Weise, wie ein Unternehmen wirtschaftet, und seiner Performance. Laut Accentures Bericht Destination Net Zero 2025 verknüpfen heute nahezu neun von zehn (89 %) der weltweit größten Unternehmen ihre Dekarbonisierungsmaßnahmen mit dem geschäftlichen Mehrwert. Dabei geht es nicht nur darum, über Dekarbonisierung zu sprechen, sondern konkret aufzuzeigen, wie die Reduzierung von Emissionen Performance und Wachstum unterstützt. Diese Performance und dieses Wachstum beeinflussen wiederum Investitionsentscheidungen, wie auch die PwC Global Investor Survey 2025 zeigt. Laut der Studie geben 78 % der Investoren an, dass Nachhaltigkeitskennzahlen ihr Interesse und ihr Vertrauen in eine Investition in ein Unternehmen direkt erhöhen.
Quelle: Accenture, Destination Net Zero 2025
Quelle: PwC Global Investor Survey 2025
Da Nachhaltigkeit zunehmend zu einem festen Bestandteil der Unternehmensstrategie wird, müssen CFOs sicherstellen, dass sie über einen klar definierten Plan für die Erfassung verlässlicher Daten, die Sicherstellung von Governance und Kontrolle sowie die Messung der Auswirkungen von Nachhaltigkeitsinitiativen auf die Unternehmensperformance und die langfristige Wertschöpfung verfügen. Laut Accenture erwarten 85 % der CFOs, dass die Anforderungen an die Offenlegung von Environmental, Social and Governance (ESG)-Informationen in den kommenden drei Jahren weiter zunehmen werden. Viele Befragte geben zugleich an, dass ihre Unternehmen noch nicht vollständig auf diese steigenden Erwartungen und Anforderungen vorbereitet sind. Fast 50 % erfassen die relevanten ESG-Daten noch nicht einmal automatisiert. Kommende regulatorische Anforderungen verlangen von Unternehmen, über Risiken und Chancen im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu berichten und ihre Offenlegungen extern prüfen zu lassen. Dennoch geben nur 22 % der CFOs an, auf beide Anforderungen gut vorbereitet zu sein.
| Kennzahl | Anteil der CFOs |
|---|---|
| Erwarten steigende ESG-Offenlegungspflichten in den kommenden 3 Jahren | 85% |
| Erfassen die relevanten ESG-Daten nicht automatisiert | ~50% |
| Gut auf Klimarisiko-Reporting und externe Prüfung vorbereitet | 22% |
Abschnitt 2
Warum ESG- und Finanzberichterstattung aufeinander abstimmen?
Da Nachhaltigkeitsinformationen zunehmend von Investoren, Regulierungsbehörden und Prüfungsinstanzen kritisch betrachtet werden, benötigen Unternehmen Nachhaltigkeitsdaten, die ebenso verlässlich und auditierbar sind wie Finanzdaten. CFOs und Finance-Teams sind besonders gut positioniert, um bewährte Finanzkontrollen, Governance-Frameworks und die hohen Standards der Finanzberichterstattung auf das Nachhaltigkeitsreporting zu übertragen. So kann Finance im gesamten Unternehmen konsistente, präzise und entscheidungsrelevante Informationen sicherstellen.
Die bevorstehenden verpflichtenden ESG-Berichtsanforderungen bedeuten, dass Unternehmen einen strukturierten Managementprozess benötigen, um ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Hier kommt der Corporate Performance Management (CPM)-Prozess ins Spiel, den Finance-Teams bereits nutzen, um finanzielle Ziele zu erreichen. Im Rahmen dieses Prozesses definiert Finance Ziele, plant, überwacht und berichtet über die Entwicklung und analysiert die Ergebnisse, um Fortschritte zu verfolgen und bei Bedarf Anpassungen vorzunehmen, um auf Kurs zu bleiben.
Ein aktueller Accenture-Studienbericht mit dem Titel „Measuring Sustainability. Creating Value“ zum ESG-Reporting unterstreicht die Bedeutung einer Abstimmung von ESG- und Finanzberichterstattung. Dem Bericht zufolge wird die Erfüllung der Anforderungen an Nachhaltigkeitsdaten zu einem wesentlichen Faktor für die Unternehmensperformance. Die Verantwortung des CFOs für Nachhaltigkeit ist entscheidend dafür, dass ein Unternehmen seine ESG-Ziele erreicht. Unternehmen integrieren ESG mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit umfassend in ihre zentralen Managementprozesse, wenn der CFO die Verantwortung für ESG-Kennzahlen trägt.
Abschnitt 3
ESG-Reporting heute
Laut Bloomberg Intelligence werden die weltweiten ESG- und Nachhaltigkeitsanlagen bis 2030 voraussichtlich die Marke von 40 Billionen US-Dollar überschreiten. Das entspricht mehr als 25 % des weltweit verwalteten Vermögens. Vor dem Hintergrund dieses vergleichsweise jungen Kapitalzuflusses wächst das Interesse der Stakeholder am ESG-Reporting. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach detaillierteren und häufigeren Offenlegungen von börsennotierten und privaten Unternehmen.
Quelle: Bloomberg Intelligence
Mit der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsberichterstattung steigen auch die Erwartungen an Unternehmen, transparente, verlässliche und entscheidungsrelevante Informationen offenzulegen. Regulatorische Rahmenwerke verändern die Art und Weise, wie Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsperformance messen, steuern und berichten. Beispiele hierfür sind:
- EU Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD)
- Anforderungen an die Klimaoffenlegung in Australien
- UK Sustainability Disclosure Requirements (SDR)
- Neue Berichtsstandards in verschiedenen Märkten (darunter Japan und China), die sich an den Standards des International Sustainability Standards Board (ISSB) orientieren
Gleichzeitig fordern Investoren, Kunden, Kreditgeber, Mitarbeitende und Regulierungsbehörden mehr Transparenz darüber, wie Unternehmen mit nachhaltigkeitsbezogenen Risiken und Chancen umgehen. Nachhaltigkeitsdaten gewinnen damit zunehmend an Bedeutung für die Unternehmensberichterstattung, das Risikomanagement, die strategische Planung und Entscheidungen zur Kapitalallokation. Diese Entwicklung veranlasst Unternehmen dazu, Governance, Kontrollen und Verantwortlichkeiten für Nachhaltigkeitsinformationen zu stärken. Für viele Unternehmen geht es inzwischen um mehr als die reine Erfüllung regulatorischer Anforderungen. Sie schaffen zunehmend einen integrierten Ansatz, der Nachhaltigkeitsperformance mit Finanzergebnissen, Unternehmensstrategie und langfristiger Wertschöpfung verbindet. Wie bei jedem neuen Prozess zur Datenerfassung oder zum Datenmanagement sind Tabellenkalkulationen und E-Mail zunächst häufig die bevorzugten Werkzeuge. Da ESG-Reporting jedoch ein hohes Maß an Kontrolle und Genauigkeit erfordert, werden Unternehmen mit denselben Herausforderungen konfrontiert, die bereits beim Einsatz dieser Tools für die Finanzberichterstattung aufgetreten sind.
Abschnitt 4
Aktuelle Herausforderungen
Wie bei jedem neuen Prozess zur Datenerfassung oder zum Datenmanagement sind Tabellenkalkulationen und E-Mail häufig die erste Wahl. Sie sind weit verbreitet, einfach zu bedienen und kostengünstig. Wenn jedoch Kontrolle und Genauigkeit entscheidend sind, zeigt dieser Ansatz beim ESG-Reporting schnell dieselben Schwächen wie beim Einsatz dieser Tools für die Finanzberichterstattung. Vier Probleme treten dabei immer wieder auf.
Menschen
Obwohl Unternehmen bereits über ESG und Nachhaltigkeit berichten, werden Datenerfassung und Reporting häufig von Nachhaltigkeitsteams, Facility Management oder Human Resources übernommen. Besonders häufig ist dies bei Gesundheits- und Sicherheitsdaten der Fall. Inzwischen müssen jedoch auch Finance-Teams diesem Thema deutlich mehr Aufmerksamkeit schenken. Unternehmen mit negativen ESG-Offenlegungen können von Investoren als risikoreicher wahrgenommen werden. Um solche Wahrnehmungen zu vermeiden, benötigen CFOs und ihre Teams einen belastbaren Rahmen, um ESG-Standards in die finanzielle Positionierung des Unternehmens zu integrieren. Am Ende treffen Investoren ihre Entscheidungen schnell, sobald sie ein erhöhtes Risiko wahrnehmen. Eine aktuelle ESG-Studie der Stanford Graduate School of Business, unterstützt vom MSCI Sustainability Institute, liefert weitere Einblicke in die Bedeutung von ESG für Investitionsentscheidungen: Nahezu die Hälfte der Befragten gab an, dass ESG-Kriterien eine wichtige Rolle in ihrem Investmentprozess spielen. Die meisten betrachten ESG dabei vor allem als Instrument, um Volatilität und Risiken in ihren Portfolios zu reduzieren.
Fragmentierte Tools
Auf dem Markt gibt es eine wachsende Zahl speziell entwickelter ESG-/Nachhaltigkeitsreporting-Lösungen, die Tabellenkalkulationen ersetzen können. Doch obwohl diese Tools einen Mehrwert für den Prozess bieten, schaffen sie einen Prozess für Datenerfassung, Konsolidierung und Reporting, der vom Prozess der Finanzberichterstattung getrennt ist. CPM-Lösungen der Vergangenheit erweiterten ihre Funktionen meist in Form zusätzlicher Module, häufig mit eigenen Logins, Benutzeroberflächen und Datenspeichern. Zwischen diesen Modulen mussten Daten übertragen werden. Wenn ESG-Kennzahlen gemeinsam mit Finanzkennzahlen berichtet werden müssen, wäre es dann nicht besser, die Daten auf dieselbe Weise zu erfassen und zu verarbeiten wie Finanzdaten?
Unterschiedliche Berichtsstandards
Die Nachhaltigkeitsberichterstattung basierte bislang auf einer Vielzahl unterschiedlicher Rahmenwerke und Standards (z. B. GRI, SASB und CDP). Die Entwicklung geht jedoch zunehmend in Richtung einer stärkeren Harmonisierung und Interoperabilität. Regulierungsbehörden und Standardsetzer weltweit arbeiten daran, die verschiedenen Anforderungen stärker aufeinander abzustimmen. Dadurch können Unternehmen künftig auf eine konsistentere Datengrundlage für unterschiedliche Berichtsanforderungen zurückgreifen. Für CFOs eröffnet diese Entwicklung die Möglichkeit, eine einheitliche und verlässliche Grundlage für die Berichterstattung zu schaffen, die sowohl regulatorische Anforderungen erfüllt als auch Transparenz gegenüber Investoren schafft und fundiertere Geschäftsentscheidungen unterstützt.
Inkonsistente und unvollständige Daten
Für ESG-Daten gilt ebenso wie für jede andere Form der Berichterstattung das Prinzip: „Garbage in, garbage out.“ Die Qualität der Ergebnisse kann nur so gut sein wie die Qualität der zugrunde liegenden Daten. Viele der frühen Regulierungsbehörden im ESG-Umfeld haben bereits darauf hingewiesen, dass mit der steigenden Anzahl von Offenlegungen häufig auch die Qualität der veröffentlichten Informationen abgenommen hat. Unternehmen benötigen daher eine standardisierte Datengrundlage, um Relevanz, Objektivität und Vergleichbarkeit sicherzustellen. Gleichzeitig stehen sie vor der Herausforderung, ESG-Daten aus einer Vielzahl unterschiedlicher Quellen zusammenzuführen. Ein Beispiel hierfür ist die Erfassung von Treibhausgasemissionen (Greenhouse Gas, GHG): Unternehmen müssen berücksichtigen, dass Emissionen aus sehr unterschiedlichen Unternehmensaktivitäten entstehen. Diese werden in sogenannte Scopes unterteilt.
Die drei Emissionskategorien (Scopes) des Treibhausgasprotokolls
Scope 1 – direkt
Direkte Emissionen aus unternehmenseigenen oder kontrollierten Anlagen und Ressourcen (z. B. Emissionen aus dem eigenen Fuhrpark).
Scope 2 – indirekt
Indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie, beispielsweise Strom, Wärme oder Dampf.
Scope 3 – indirekt
Indirekte Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – sowohl vorgelagert (z. B. Lieferanten oder Dienstleister) als auch nachgelagert (z. B. Vertriebspartner, Produktnutzung, Abfallentsorgung oder sogar Finanzierungsaktivitäten).
Heute bewerten Investoren Nachhaltigkeit zunehmend im Zusammenhang mit Unternehmensperformance und langfristiger Wertschöpfung. Unternehmen, die nachhaltigkeitsbezogene Risiken und Chancen wirksam steuern, werden häufig als besser aufgestellt wahrgenommen. PwC identifiziert diese Bereiche – neben dem Verständnis des gefährdeten Unternehmenswerts – als fünf zentrale Treiber für nachhaltige Wertschöpfung, die Investitionsentscheidungen und Unternehmensperformance beeinflussen:
Schutz des Unternehmenswerts
Nachhaltigkeitsrisiken steuern, um den bereits geschaffenen Unternehmenswert zu sichern.
Umgang mit regulatorischen Veränderungen
Einem sich schnell verändernden Offenlegungs- und Compliance-Umfeld einen Schritt voraus sein.
Stärkung der Resilienz der Lieferkette
Risiken und Störungen bei vor- und nachgelagerten Partnern reduzieren.
Optimierung der Energiestrategie
Energie- und Emissionsmanagement in messbare Effizienzgewinne überführen.
Nutzung neuer Fördermöglichkeiten und Anreize
Sich so aufstellen, dass neue Anreize im Zusammenhang mit Nachhaltigkeitsperformance genutzt werden können.
Als die Europäische Union im Jahr 2021 den European Green Deal mit einem Investitionsvolumen von 750 Milliarden Euro verabschiedete, wurden gleichzeitig umfangreiche Berichtsanforderungen für größere Unternehmen innerhalb und außerhalb der EU eingeführt. Mit der EU-Taxonomie wurde sichergestellt, dass Investitionen gezielt in nachhaltige („grüne“) Wirtschaftsaktivitäten und nicht in konventionelle („graue“) Technologien fließen. Um die Fortschritte bei den ESG-Zielen der Europäischen Union messbar zu machen, beauftragte die Europäische Kommission die European Financial Reporting Advisory Group (EFRAG) mit der Umsetzung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD). Darüber hinaus wurde EFRAG mit der Entwicklung der zugrunde liegenden European Sustainability Reporting Standards (ESRS) betraut. Große Unternehmen innerhalb der EU sowie Unternehmen außerhalb der EU mit umfangreichen Geschäftstätigkeiten in Europa werden daher zunehmend verpflichtet, Nachhaltigkeitsinformationen offenzulegen. Gleichzeitig hat die Europäische Union auf Bedenken hinsichtlich der Komplexität der Berichterstattung reagiert und mit dem Omnibus-Vereinfachungspaket Erleichterungen geschaffen. Dieses erhöht die Schwellenwerte für die Berichtspflicht, reduziert den administrativen Aufwand und verlängert für bestimmte Unternehmen die Einführungsfristen. Auch wenn der Weg zur Compliance dadurch pragmatischer gestaltet wurde, bleibt die grundsätzliche Entwicklung eindeutig: Nachhaltigkeitsberichterstattung gewinnt weiter an Bedeutung und wird zu einem immer wichtigeren Bestandteil von Transparenz und Corporate Governance. Unter der Trump-Regierung hat die U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) die ursprünglich geplanten bundesweiten Vorschriften zur Nachhaltigkeitsberichterstattung zunächst ausgesetzt. Einzelne US-Bundesstaaten wie Kalifornien, New York und Connecticut haben jedoch eigene Vorschriften zur Offenlegung klimabezogener Informationen eingeführt. Diese gelten für Unternehmen einer bestimmten Größe, die in dem jeweiligen Bundesstaat geschäftlich tätig sind. Auch Länder wie Brasilien, China, Japan, das Vereinigte Königreich und Südafrika haben ESG-Offenlegungspflichten bereits eingeführt oder befinden sich derzeit in der Umsetzung entsprechender regulatorischer Anforderungen. Heute unterliegt bereits rund 50 % der weltweiten Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt, BIP) einer Form der ESG-Berichterstattung.
Die Veröffentlichung der International Financial Reporting Standards (IFRS) S1 und IFRS S2 durch das International Sustainability Standards Board (ISSB) markierte einen bedeutenden Meilenstein in der Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Heute bilden diese Standards zunehmend die Grundlage für nachhaltigkeitsbezogene Finanzberichterstattung weltweit. Sie schaffen einen einheitlichen Rahmen, mit dem Unternehmen über nachhaltigkeits- und klimabezogene Risiken und Chancen berichten können. Der wesentliche Anlass für die Gründung des ISSB im Rahmen der COP26 war das Fehlen klar definierter Standards für ESG-Daten. Die verfügbaren Informationen waren häufig nur eingeschränkt prüfbar und ließen sich nur schwer mit der Finanzberichterstattung in Einklang bringen. Dadurch war es für Investoren und andere Stakeholder äußerst schwierig, das tatsächliche Risikoprofil eines Unternehmens auf Basis der veröffentlichten Daten zu beurteilen. Für CFOs stellt dieses Rahmenwerk einen wichtigen Schritt dar, um Nachhaltigkeits- und Finanzberichterstattung auf einer gemeinsamen, verlässlichen Datengrundlage zusammenzuführen.
Die Integration von ESG-Daten muss sich daher weiterentwickeln – und zwar zügig. Die Anzahl der relevanten Datenquellen ist im ESG-Reporting deutlich größer als selbst im Finanzreporting. Der Grund dafür liegt in der Vielzahl unterschiedlicher Unternehmensbereiche, die in die Nachhaltigkeitsberichterstattung einbezogen werden müssen – dazu gehören beispielsweise Arbeits- und Gesundheitsschutz, Arbeitsbedingungen, Kraftstoff- und Energieverbrauch, Immobilien- und Gebäudemanagement, Abfallmanagement sowie zahlreiche weitere operative Bereiche. Wie lassen sich all diese Informationen erfassen? Trotz erheblicher technologischer Fortschritte arbeiten die meisten größeren Unternehmen heute mit einer Vielzahl operativer Systeme, aus denen die erforderlichen Daten extrahiert werden müssen. Genau diese fragmentierte Systemlandschaft macht die Erfassung und Zusammenführung von ESG-Daten zu einer der größten Herausforderungen der Nachhaltigkeitsberichterstattung. Genau aus diesem Grund erweitern immer mehr Unternehmen die Funktionen ihrer bestehenden CPM-Plattformen für Financial Close, Konsolidierung und Reporting, um auch die Nachhaltigkeitsberichterstattung abzubilden. Dieser Ansatz ermöglicht es, ESG- und Finanzberichterstattung in einem gemeinsamen Prozess zusammenzuführen – vorausgesetzt, die eingesetzte Lösung verfügt über die erforderlichen Funktionen. Um eine effiziente Erfassung, Konsolidierung und Berichterstattung von ESG-Kennzahlen zu unterstützen, sollte eine CPM-Plattform insbesondere folgende Anforderungen erfüllen:
- Erfassung finanzieller und nichtfinanzieller Daten aus unterschiedlichen internen und externen Quellsystemen
- Formularbasierte Erfassung von ESG-Kennzahlen
- Bereitstellung und Pflege aktueller Emissionsfaktoren für komplexe Emissionsberechnungen sowie Umrechnungen von Maßeinheiten im ESG-Reporting
- Bereitstellung und Pflege verschiedener ESG-Berichtsstandards und branchenspezifischer Kennzahlen
- Konsolidierung von ESG-Kennzahlen und erläuternden Kommentaren über mehrere Hierarchien hinweg
- Umfassende Datenvalidierungen, Kontrollen und Audit Trails
- Erfassung von ESG-Zielen und Sollwerten zum Vergleich mit den tatsächlich erreichten Ergebnissen
- Bereitstellung unterschiedlicher Ausgabeformate, darunter Standardberichte, interaktive Dashboards sowie Excel-basierte Analysen von ESG-Kennzahlen
Abschnitt 5
Wichtige Anforderungen
Am Markt sind zahlreiche eigenständige Lösungen für ESG- und Nachhaltigkeitsberichterstattung verfügbar. Unternehmen sollten jedoch darauf achten, ESG- und Nachhaltigkeitsberichterstattung mit dem monatlichen Financial Close, der Konsolidierung und dem Reporting in einer integrierten CPM-Plattform zusammenzuführen. Eine solche Plattform sollte insbesondere fünf Anforderungen erfüllen:
Einheitlich
Die Plattform sollte einen gemeinsamen Prozess und ein einheitliches System für die Datenerfassung bereitstellen. Finanz- und ESG-Daten stehen den zentralen Finance-Teams dadurch auf einer gemeinsamen Plattform für Reporting, Analyse und Steuerung zur Verfügung.
Vernetzt
Die Plattform muss in der Lage sein, eine beliebige Anzahl unterschiedlicher Datenquellen anzubinden. Gleichzeitig sollte sie sämtliche Funktionen bereitstellen, die sowohl für die Berichterstattung der Ist-Daten als auch für Planung und Forecast von ESG-Kennzahlen erforderlich sind.
Intelligent
Die Lösung sollte Unternehmen dabei unterstützen, die relevanten ESG-Kennzahlen zu definieren und den jeweils anzuwendenden Berichtsstandards zuzuordnen. Darüber hinaus muss sie eine Vielzahl unterschiedlicher Maßeinheiten sowie komplexe Umrechnungen unterstützen. Diese sollten sich einfach konfigurieren und in verschiedenen Prozessen wiederverwenden lassen.
Flexibel
ESG-Reporting umfasst in der Regel umfangreiche qualitative Informationen sowie erläuternde Kommentare. Beides sollte direkt innerhalb der Lösung erfasst und in Berichten gemeinsam mit den zugehörigen Kennzahlen dargestellt werden können.
Vollständig
Ebenso wichtig ist die Möglichkeit, ESG-Ziele zu planen und die tatsächlich erreichten Ergebnisse direkt mit diesen Zielwerten zu vergleichen. Eine gemeinsame Plattform stellt sicher, dass sämtliche Informationen in einem System verfügbar sind. Das verbessert nicht nur die Benutzerfreundlichkeit, sondern erhöht auch Geschwindigkeit und Effizienz der gesamten Berichtsprozesse.
Integrierte Datenqualität
Im Mittelpunkt steht eine vollständig integrierte CPM-Plattform mit integrierter Datenqualität für Finanzinformationen. Diese bildet die Grundlage für eine erfolgreiche Transformation sowohl im Finance-Bereich als auch in den operativen Unternehmensbereichen. Eine wesentliche Voraussetzung ist dabei die vollständige, 100%-ige Transparenz vom Bericht bis zur ursprünglichen Datenquelle. Sämtliche Finanz- und Betriebsdaten müssen jederzeit nachvollziehbar und leicht zugänglich sein. Warum ist diese Transparenz so wichtig? Unternehmen führen Daten aus zahlreichen Quellsystemen zusammen und verarbeiten diese anschließend über unterschiedliche Berechnungs-, Transformations- und Konsolidierungsschritte. Eine vollständige Nachvollziehbarkeit ermöglicht es Anwendern und Wirtschaftsprüfern, jederzeit den Zusammenhang zwischen den Quelldaten und den final ausgewiesenen Kennzahlen herzustellen. Dies umfasst sämtliche Datenumwandlungen, Anpassungen und Eliminierungen.
Darüber hinaus sollte die Lösung geführte Workflows bereitstellen, die Fachanwender vor unnötiger Komplexität schützen. Sie führen die Nutzer Schritt für Schritt durch sämtliche Prozesse – von Datenmanagement und Validierung über Analyse, Zertifizierung bis hin zur Freigabe und Sperrung von Datenbeständen. Eine der größten Herausforderungen im ESG-Reporting besteht in der Vielzahl unterschiedlicher Datenquellen sowie der großen Anzahl an Datenanforderungen innerhalb des Unternehmens. In fragmentierten Systemlandschaften kann die Datenerfassung mehrere Tage oder sogar Wochen in Anspruch nehmen. Eine integrierte Plattform mit geführten Workflows verkürzt diesen Aufwand erheblich und spart dadurch sowohl Zeit als auch Kosten. Noch wichtiger ist jedoch die Fähigkeit des Systems, Daten automatisch zu validieren und zu transformieren, um vollständige und qualitativ hochwertige ESG-Informationen sicherzustellen. Werden Daten aus zahlreichen Quellsystemen sowie aus Tabellenkalkulationen zusammengeführt, sollte die Lösung unter anderem in der Lage sein, fehlende Datenfelder automatisch zu ergänzen, Analysen aufeinander abzustimmen und eine einheitliche Datenbasis sicherzustellen. Diese Prüfungen müssen erfolgen, bevor die Informationen in Berichten erscheinen. Wird beispielsweise bei einer manuellen Dateneingabe versehentlich ein Tippfehler erfasst, sollte das System Werte erkennen, die außerhalb der definierten Unternehmensparameter liegen, und diese automatisch kennzeichnen.
Unzureichende ESG-Kennzahlen können dazu führen, dass Unternehmen für Investoren weniger attraktiv werden, weil Risiken höher eingeschätzt werden. Gleichzeitig spielt Nachhaltigkeit heute auch bei der Gewinnung qualifizierter Mitarbeitender eine immer größere Rolle. Immer mehr Menschen entscheiden bewusst, für welche Unternehmen sie arbeiten möchten. Unternehmen sollten deshalb Reputationsschäden oder sogar kostspielige rechtliche Auseinandersetzungen aufgrund mangelhafter ESG-Daten unbedingt vermeiden. ESG-Berichterstattung beeinflusst heute stärker denn je die Profitabilität und den langfristigen Unternehmenserfolg. Mit der fortschreitenden Harmonisierung internationaler Berichtsstandards wird es deshalb immer wichtiger, ESG- und Finanzberichterstattung auf einer gemeinsamen Plattform zusammenzuführen.
Leistungsfähiges Reporting
Ebenso entscheidend ist die Möglichkeit, ESG- und Finanzinformationen in unterschiedlichsten Berichtsformaten zu erstellen, auszuwerten und zu analysieren. Die Möglichkeit, direkt zwischen Berichten, Dashboards und den zugrunde liegenden Detailinformationen zu navigieren, versetzt Anwender in die Lage, jederzeit schnell auf die benötigten Informationen zuzugreifen. Ein breites Spektrum an Reporting- und Analysefunktionen reduziert die Abhängigkeit von Tabellenkalkulationen und fragmentierten Reporting-Werkzeugen. Gleichzeitig erhöht es Geschwindigkeit, Umfang und Genauigkeit der Berichterstattung im gesamten Unternehmen. Die Prozesse innerhalb des Office of the CFO sollten deshalb auf einer gemeinsamen Plattform zusammengeführt werden und unterschiedlichen Stakeholdern benutzerfreundliche Self-Service-Reporting-Funktionen zur Verfügung stellen – mit einem strategischen Rahmen, der sowohl ESG- als auch Finanzberichterstattung automatisiert und effizient unterstützt und zugleich die Anforderungen anderer Unternehmensbereiche und ihrer strategischen Partner berücksichtigt.
Abschnitt 6
Fallstudie: Accell Group
Die Accell Group entwickelt einfache und intelligente Lösungen, um Menschen ein herausragendes Fahrerlebnis auf dem Fahrrad zu ermöglichen. Das Unternehmen produziert Fahrräder, Fahrradkomponenten und Zubehör und ist europäischer Marktführer im Bereich E-Bikes. Darüber hinaus zählt Accell zu den größten Anbietern von Fahrradkomponenten und -zubehör in Europa und vereint zahlreiche führende Fahrradmarken unter einem Dach. Zum Markenportfolio gehören unter anderem Haibike, Winora, Ghost, Batavus, Koga, Lapierre, Raleigh, Sparta, Babboe und Carqon.
Mit den steigenden Anforderungen an die Nachhaltigkeitsberichterstattung sah sich die Accell Group zunehmendem Druck ausgesetzt, ihre ESG-Performance transparent und nachvollziehbar offenzulegen. Deshalb startete das Unternehmen eine umfassende Finance-Transformation mit dem Ziel, ESG-Daten und Finanzkonsolidierung auf einer gemeinsamen Softwareplattform zusammenzuführen. Seit 2022 nutzt die Accell Group OneStream für die Finanzkonsolidierung, die Leasingbilanzierung sowie die ESG-Berichterstattung. Diese Transformation unterstreicht nicht nur das Engagement des Unternehmens für Nachhaltigkeit und Transparenz, sondern auch die wachsende Bedeutung der ESG-Berichterstattung für Investoren und andere Stakeholder. Einer der größten Vorteile der Integration von ESG- und Finanzberichterstattung besteht darin, Daten aus unterschiedlichsten Quellen auf einer gemeinsamen Plattform zusammenzuführen. Dadurch lassen sich zentrale Nachhaltigkeitskennzahlen – beispielsweise CO₂-Emissionen, Energieverbrauch oder Diversitätskennzahlen – deutlich einfacher erfassen, analysieren und berichten. Gleichzeitig können ESG-Daten unternehmensweit über verschiedene Geschäftsbereiche und Standorte hinweg konsistent verglichen werden.
„Früher wurden ESG-Daten in Excel® erfasst – teilweise nach rechtlichen Einheiten, teilweise nach Regionen. Aufgrund des aufwendigen Prozesses erfolgte diese Datenerfassung nur einmal pro Jahr. Die Zusammenstellung nahm viel Zeit in Anspruch und band zahlreiche Mitarbeitende. Heute werden ESG-Daten über ein ESG-Dashboard in OneStream direkt mit den Finanzdaten zusammengeführt.“
Abschnitt 7
Geschäftlicher Mehrwert
Da sich ESG- und Nachhaltigkeitsberichterstattung zunehmend von einer freiwilligen zu einer verpflichtenden Unternehmensaufgabe entwickelt, müssen sich CFOs und Finance-Teams aktiv einbringen. Nur so lassen sich Genauigkeit, Integrität und Verlässlichkeit der Nachhaltigkeitsberichterstattung gegenüber Investoren, Regulierungsbehörden und weiteren Stakeholdern sicherstellen. Die Integration von ESG- und Finanzberichterstattung in einem gemeinsamen Prozess und einer gemeinsamen Plattform bietet Unternehmen zahlreiche Vorteile. Hier sind fünf davon:
- Doppelte Prozesse für Datenerfassung, Konsolidierung und Reporting vermeiden. Werden ESG- und Finanzdaten innerhalb desselben Prozesses und derselben Plattform erfasst, müssen die Daten aus jeder Geschäftseinheit nur einmal bereitgestellt werden. Anschließend stehen sie unmittelbar für sämtliche Reporting- und Analyseprozesse zur Verfügung. Im Idealfall werden Finanz- und ESG-Daten gemeinsam im Rahmen eines einzigen Datenimports verarbeitet. Dadurch lässt sich die Anzahl erforderlicher Schnittstellen, Integrationen und Datenübertragungen erheblich reduzieren.
- Genauigkeit und Verlässlichkeit der ESG-Berichterstattung verbessern. Ein strukturierter Datenerfassungsprozess mit konsequenten Kontrollen, Audit Trails sowie standardisierten und wiederholbaren Reporting-Prozessen schafft ein Höchstmaß an Vertrauen in die Qualität der ESG-Daten. Gleichzeitig ermöglicht eine hohe Datenqualität kürzere Berichts- und Planungszyklen. Kritische Informationen stehen Entscheidungsträgern und Stakeholdern dadurch schneller und zuverlässiger zur Verfügung.
- ESG-Kennzahlen mit den Finanzergebnissen verknüpfen. Werden ESG-Daten mit denselben Prozessen und derselben Technologie erfasst wie Finanzdaten, profitieren Unternehmen von denselben hohen Standards hinsichtlich Kontrolle, Nachvollziehbarkeit und Prüfbarkeit. Dadurch entsteht Vertrauen in die Ergebnisse. Gleichzeitig können Anwender bei Bedarf bis auf die zugrunde liegenden Detaildaten navigieren und sämtliche Kennzahlen transparent nachvollziehen.
- Governance und Kontrolle über ESG-Kennzahlen stärken. Werden ESG-Prozesse heute noch überwiegend manuell oder mithilfe von Tabellenkalkulationen durchgeführt, schafft ihre Integration in eine zentrale Plattform erhebliche Verbesserungen. Bereits bei der Datenerfassung können Validierungen durchgeführt werden. Standardisierte Prozesse, Aufgabenlisten und automatisierte Workflows sorgen für Struktur und Nachvollziehbarkeit. Darüber hinaus lassen sich sämtliche Berechnungen vollständig dokumentieren und jederzeit nachvollziehen. Über integrierte Berichte und Analysen können Anwender Ergebnisse transparent auswerten und erläutern. Dadurch entsteht die notwendige Sicherheit für die Berichterstattung gegenüber Aufsichts- und Regulierungsbehörden.
- ESG-Ergebnisse mit Zielen und Vorgaben vergleichen. Eine integrierte CPM-Plattform, die Planung sowie Financial Close und Konsolidierung miteinander verbindet, vermeidet aufwendige Integrationen, Validierungen und Abstimmungen zwischen verschiedenen Anwendungen, Modulen und Einzellösungen. Dadurch lassen sich ESG-Kennzahlen auf Basis der Ist-Werte komfortabel planen und prognostizieren. Gleichzeitig stehen jederzeit Soll-Ist-Vergleiche zur Verfügung, mit denen Unternehmen ihre Fortschritte transparent verfolgen können.
Abschnitt 8
Fazit
Aktuelle Studien zeigen zunehmend, dass Unternehmen, die Nachhaltigkeit wirksam in ihre Unternehmensstrategie integrieren, ihre Wettbewerber bei einer Vielzahl finanzieller und operativer Kennzahlen übertreffen können. Aus diesem Grund beschränken sich viele Unternehmen heute nicht mehr auf eine rein regulatorisch motivierte Nachhaltigkeitsberichterstattung. Stattdessen integrieren sie Nachhaltigkeitsziele vermehrt in ihre Unternehmensstrategie, ihre Geschäftsmodelle sowie ihre Performance-Management-Prozesse. Dadurch erhalten CFOs und Finance-Teams die Möglichkeit, Nachhaltigkeits- und Finanzdaten auf einer gemeinsamen Datengrundlage zusammenzuführen. Das verbessert die Entscheidungsqualität, stärkt das Risikomanagement und unterstützt eine nachhaltige langfristige Wertschöpfung.
Damit spricht heute vieles dafür, frühzeitig die organisatorischen und technologischen Grundlagen für eine integrierte Berichterstattung zu schaffen. Auch wenn Unternehmen jeder Größe dabei vor vielfältigen Herausforderungen stehen, gehört die Auswahl der richtigen Technologieplattform zu den wichtigsten Entscheidungen. Eine geeignete Lösung ermöglicht es, sämtliche Berichtsprozesse aufeinander abzustimmen und das Unternehmen bei der Erreichung seiner strategischen Ziele nachhaltig zu unterstützen. CFOs und Finance-Teams sind hervorragend positioniert, diese Entwicklung hin zu einem integrierten Performance Management aktiv zu gestalten. Indem sie bewährte Finanzprozesse, Kontrollen und Reporting-Standards auf Nachhaltigkeitsinformationen übertragen, schaffen sie eine einheitliche, vertrauenswürdige Datenbasis (Single Source of Truth). Diese bildet die Grundlage für regulatorische Compliance, fundierte Entscheidungen, wirksames Risikomanagement und nachhaltige Wertschöpfung.
Viele der heute verfügbaren ESG-Lösungen konzentrieren sich lediglich auf einzelne Teilbereiche, beispielsweise Environmental, Health & Safety (EH&S). Für die umfassenden Anforderungen moderner ESG-Berichterstattung reichen solche Einzellösungen jedoch häufig nicht aus. Dazu gehören unter anderem die Definition von ESG-Zielen und Zielwerten, die Überwachung des Fortschritts gegenüber diesen Zielen sowie die Simulation der Auswirkungen von ESG-Initiativen auf zukünftige Finanzergebnisse. Mit einer integrierten CPM-Plattform wie OneStream, die ESG- und Finanzberichterstattung auf einer gemeinsamen Plattform zusammenführt, lassen sich sämtliche Prozesse innerhalb einer einzigen Anwendung und einer gemeinsamen Datenbasis abbilden.
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Häufig gestellte Fragen
Warum sollten CFOs und Finance-Teams die Verantwortung für die ESG-Berichterstattung übernehmen?
Da sich die ESG-Berichterstattung von einer freiwilligen zu einer verpflichtenden Aufgabe entwickelt, erfordert sie dieselbe Governance, Kontrolle, Genauigkeit und Prüfbarkeit wie die Finanzberichterstattung – und Finance-Teams beherrschen diese Disziplin bereits über den Corporate Performance Management (CPM)-Prozess. Accenture stellt zudem fest, dass Unternehmen ESG mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit umfassend in ihre zentralen Managementprozesse integrieren, wenn der CFO die Verantwortung für ESG-Kennzahlen trägt.
Wie groß ist der Handlungsdruck für CFOs beim Thema ESG?
Laut Accenture erwarten 85 % der CFOs, dass die ESG-Offenlegungspflichten in den kommenden drei Jahren weiter zunehmen. Viele Unternehmen sind darauf jedoch nicht vorbereitet: Fast 50 % erfassen die relevanten ESG-Daten nicht automatisiert, und nur 22 % fühlen sich gut darauf vorbereitet, sowohl über klimabezogene Risiken zu berichten als auch ihre Offenlegungen extern prüfen zu lassen. Gleichzeitig geben 78 % der Investoren an, dass Nachhaltigkeitskennzahlen ihr Vertrauen in eine Investition erhöhen (PwC Global Investor Survey 2025).
Wie groß ist der Markt für ESG-Reporting?
Bloomberg Intelligence erwartet, dass die weltweiten ESG- und Nachhaltigkeitsanlagen bis 2030 die Marke von 40 Billionen US-Dollar überschreiten – mehr als 25 % des weltweit verwalteten Vermögens. Rund 50 % der weltweiten Wirtschaftsleistung (BIP) unterliegen bereits einer Form der ESG-Berichterstattung, etwa über die EU-CSRD, die UK Sustainability Disclosure Requirements (SDR), die Anforderungen an die Klimaoffenlegung in Australien sowie Standards, die sich am ISSB orientieren.
Was sind die drei Emissionskategorien (Scopes) des Treibhausgasprotokolls?
Scope 1 umfasst direkte Emissionen aus unternehmenseigenen oder kontrollierten Anlagen und Ressourcen, beispielsweise aus dem eigenen Fuhrpark. Scope 2 umfasst indirekte Emissionen aus eingekaufter Energie – Strom, Wärme oder Dampf. Scope 3 umfasst indirekte Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette, sowohl vorgelagert (Lieferanten und Dienstleister) als auch nachgelagert (Vertriebspartner, Produktnutzung, Abfallentsorgung und sogar Finanzierungsaktivitäten).
Worauf sollten CFOs bei einer Plattform für das ESG-Reporting achten?
Fünf Eigenschaften sind entscheidend: Die Plattform sollte einheitlich sein (ein gemeinsames System und ein gemeinsamer Workflow für die Datenerfassung), vernetzt (Anbindung beliebig vieler und unterschiedlicher Datenquellen), intelligent (integrierte Kennzahlen, Berichtsstandards und Umrechnungen von Maßeinheiten), flexibel (Erfassung qualitativer Informationen und erläuternder Kommentare neben den Zahlen) sowie vollständig (Planung und Soll-Ist-Vergleich für ESG-Kennzahlen in derselben Umgebung wie die Finanzdaten) – getragen von integrierter Datenqualität und 100%-iger Transparenz vom Bericht bis zur Datenquelle.
Wie hat die Accell Group ESG- und Finanzberichterstattung zusammengeführt?
Die Accell Group, europäischer Marktführer im Bereich E-Bikes und einer der größten Anbieter von Fahrradkomponenten, erfasste ESG-Daten früher nur einmal im Jahr in Excel – teilweise nach rechtlichen Einheiten, teilweise nach Regionen – ein langsamer und ressourcenintensiver Prozess. Seit 2022 nutzt Accell OneStream für die Finanzkonsolidierung, die Leasingbilanzierung und die ESG-Berichterstattung und führt ESG- und Finanzdaten über ein ESG-Dashboard in derselben Plattform zusammen.
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